"{...} >>Tante sprich mit mir; ich fürchte mich, weil es so dunkel ist.<<
Die Tante rief an: >>Was hast du denn davon? Du siehst mich ja nicht.<<
>>Das macht nichts<<, antwortete das Kind, >>wenn jemand spricht, wird es hell.<<"
Freud, 1905, GW V
Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie
Was ist das eigentlich?
Zum Heranwachsen gehört, dass bestimmte Anforderungen und Entwicklungsaufgaben unser Leben durchziehen. So kann dies die Geburt eines Geschwisterkindes sein, ein Wohnortwechsel, Krankheit, Trennung oder Verlust; Erlebnisse und Aufgaben, die Zeit der inneren Verarbeitung brauchen und sich daher kurzfristig als Belastung auswirken können. Kommt es jedoch längerfristig zu Ängsten, seelischem Rückzug oder gar einer Zunahme von Symptomen, ist es sinnvoll, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen und ggf. eine psychotherapeutische Behandlung in Betracht zu ziehen.
Die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie ist ein anerkanntes, von den gesetzlichen und privaten Krankenkassen finanziertes Therapieverfahren, welches Dir / Ihnen und Ihren Kindern einen geschützten Raum bietet, in dem diese innerliegenden emotionalen Konflikte dargestellt und mit der Therapeut*in gemeinsam verstanden werden können. Während Jugendliche häufig das Gespräch suchen und nutzen, drücken Kinder sich in der Regel über das Spiel aus, um innere Themen zu verdeutlichen (z.B. über Spiele, Zeichnungen); dabei ist es die Aufgabe der Therapeut*in, diesem Bedeutung zu geben und zu verstehen. So entsteht eine Beziehung, in der sich die inneren Themen und Nöte, die Ängste, Bedürfnisse und Wünsche entfalten und mit Hilfe der Therapeut*in in Worte gefasst werden können.
Ziel der gemeinsamen Behandlung ist es, dem (Klein-)Kind, Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen einen neuen Erfahrungsraum zu ermöglichen und in einer von Vertrauen geprägten Beziehung die Möglichkeit zu schaffen, die inneren Konflikte und Ängste innerpsychisch zu verarbeiten, sodass die zukünftige Entwicklung weniger belastet sein wird.