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Hauptstraße 28, 24980 Schafflund

©2019 by Praxis für Psychotherapie und tiergestützte Intervention  Thorsten Schüle

Der Kirschblütenhof

Die Namensgebung des im Jahre 1927 erbauten Hofes erfolgte im Zuge der japanischen Kirschblütenbäume, die das Hauptgebäude im Frühjahr üppig in Rosa umrahmen und bei Abwurf der Blütenblätter für einen rosafarbenen Blütenteppich sorgen, der zur Praxis führt.

Der heutige Resthof wurde bis in den 60er/70er Jahren land- und viehwirtschaftlich genutzt und wird in Teilen seiner ursprünglichen Bestimmung allmählich wieder zurückgeführt.

Das Grundstück umfasst ca. 2600 Quadratmeter, unter anderem mit einer Obstwiese sowie ausreichend Weidefläche für die Therapietiere.

Im Folgenden findest du / finden Sie die Porträts der Bewohnerinnen und Bewohner des Hofes; dieses wird Laufend ergänzt; ich bitte daher um Geduld.

In eigener Sache

Liebe Patientinnen, liebe Patienten, sehr geehrte Bezugspersonen,

die Arbeit mit Therapietieren erfordert ein hohes Maß an Vertrauen und Beziehungsbereitschaft... auf beiden Seiten. 

Die Grundlage hierfür beinhaltet unter anderem eine Haltung und Pflege, die den Bedürfnissen der jeweiligen Tiere entspricht. Erst wenn Mensch und Tier sich wohlfühlen können, ist ein positiver, gemeinsam gestalteter Kontakt möglich!

So gilt meine Verantwortung nicht nur dir und Ihnen, sondern auch meinen Tieren; die Paragraphen 1 und 2 des Tierschutzgesetzes haben dabei für mich oberste Priorität:

Tierschutzgesetz

§ 1

Zweck dieses Gesetzes ist es, aus der Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen. Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.

§ 2

Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat,

1. muss das Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen,

2. darf die Möglichkeit des Tieres zu artgemäßer Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen oder vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden,

3. muss über die für eine angemessene Ernährung, Pflege und verhaltensgerechte Unterbringung des Tieres erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen.

Neben fortlaufenden Weiterbildungen arbeite ich in enger Kooperation mit Fachkräften auf den Gebieten der Pferde - und Schafhaltung zusammen. Darüber hinaus stehen meine Tiere nachweislich und regelmäßig unter tierärztlicher Kontrolle.

 

Dennoch können aus Unerfahrenheit heraus Haltungsumstände oder das Verhalten meiner Tiere gegenüber Außenstehenden als irritierend oder gar (ver-)störend erlebt werden, obwohl dies aus wichtigen, z.B. gesundheitlichen Gründen erforderlich und / oder das jeweilige, natürliche Verhaltensrepertoire meiner Tiere gerade für die Therapie gewünscht ist und daher gefördert wird.

Falls daher Fragen auftauchen sollten, zögere du, zögern Sie bitte nicht, mich anzusprechen. Hierfür stehe ich dir und Ihnen selbstverständlich und gerne zur Verfügung.

Dein / Ihr Thorsten Schüle

Charly

Charly, ein 34-jähriger Muli ist am 08. Juni 2019 auf den Kirschblütenhof eingezogen und wird von Nicki, einer Minishetlandponystute begleitet.

Mulis, auch Maultiere genannt, sind eine Kreuzung zwischen Pferdestute und Eselhengst und verfügen über die positiven Eigenschaften beider Tiere: Charakterstärke, hohe Intelligenz, Trittsicherheit, Ausdauer, Kraft und Mut.

Charly hat es in seinem Leben leider nicht leicht gehabt. Er kommt aus sehr schlimmen Verhältnissen, wurde nicht seinen Bedürfnissen entsprechend gepflegt und versorgt. Vor einigen Jahren fand er ein gutes Zuhause und liebevolle Menschen, die sich so um ihn gekümmert haben, wie er es braucht und er sich sicher sein Leben lang gewünscht hatte. Nun hat Charly hier seinen festen Platz gefunden.

Charly ist sehr intelligent und hat immer den "Schalk im Nacken". So stand er mehrmals als Esel für Krippenaufführungen zur Verfügung, kann beispielsweise einen Teppich ausrollen oder sich auf ein Podest stellen. Sobald sich Charly hier eingelebt hat, wird er für die tiergestützte Therapie sicherlich eine Bereicherung sein, worauf ich mich sehr freue.

Charly's Vergangenheit hat jedoch gesundheitliche Spuren hinterlassen. So sieht er oft struppig aus, weil er nicht "aus dem Fell" kommt, hat häufig Hautekzeme, wird dadurch viel von Insekten geplagt und kratzt sich häufig bis auf die Haut, welche sich dann in kahlen Flecken zeigt.

In enger Kooperation mit dem Gestüt Schlehenhof sowie der Tierärztin, Ostheopathin, Dentistin und Hufbearbeiterin dürfen Du und Sie sicher sein, dass Charly hier mit allen notwendigen Mitteln (Futter, Medikamente, Pflege, etc.) weiterhin gut betreut wird, sodass er sich auch zukünftig auf eine Verbesserung seiner Gesundheit einstellen kann.

Hierzu bedarf es jedoch eurer und Ihrer Mithilfe!

Bitte beachtet, bitte beachten Sie, dass Charly und Nicki NICHT mit noch so gut gemeintem Futter (Gras, Möhren, Brot, etc.) oder Leckerlies versorgt werden dürfen, sondern dies ausschließlich und in Rücksprache mit mir erfolgen muss.

Bitte erklären Sie dies auch Ihren kleinen Kindern.

Es besteht die Gefahr, dass die beiden Tiere ernsthaft oder gar lebensbedrohlich krank werden, wenn dies nicht eingehalten wird!

Herzlichen Dank! 

Nicki

Nicki ist ein, in den Niederlanden gezogenes Minishetlandpony und wurde Charly zur Seite gestellt, damit er auf dem Hof nicht alleine sein muss. 

Bereits früh hatte Charly im Zuge der Geburt von Nicki`s letzter Tochter Nala die „Patenschaft“ übernommen und so verwundert es nicht, dass beide sich sehr gut verstehen, wenngleich Nicki doch deutlich bestimmt, was geht und was eben nicht.

 

Shetlandponys sind sehr genügsam und gutmütig, haben jedoch auch ihren eigenen Kopf und können durchaus temperamentvoll sein. Beliebt sind die Shetlandponys aufgrund ihres Wesens als Reitpferde für kleine Kinder.

Nicki ist 20 Jahre alt und damit schon in einem hohen Pferdealter. Auch ihre Geschichte ist eine leidvolle, wurde sie doch nur als Zuchtstute gehalten und musste viele Fohlen gebären. So wurde sie seinerzeit, bereits ihr letztes Fohlen tragend im Gestüt Schlehenhof aufgenommen. Es lohnte sich wohl für die damaligen Besitzer nicht mehr, sich um Nicki zu kümmern. Pferde „laufen aus dem Geld“ was bedeutet, dass nach einer bestimmten Zeit Pferde wirtschaftlich / finanziell keinen Nutzen mehr bringen und von vielen kommerziellen Haltern entsprechend abgestoßen werden; häufig landen diese letztlich beim Schlachter.

 

Nicki ist dies erspart gelieben. Dennoch zeigen sich die Spuren ihrer Geschichte in Fellproblemen sowie einem Beckenschiefstand und Versteifung des Knies in der rechten Hinterhand (Bein). Es wird vermutet, dass sie hier einmal von einem anderen Pferd getreten und dies nicht ausreichend gut behandelt wurde. Nicki ist daher nicht sehr gut auf ihren Beinen unterwegs, meistert dies jedoch vorbildlich; unterstützt wird sie hierbei durch eine Pferdeostheopathin, die in regelmäßigen Abständen zu Besuch kommt.

 Nicki ist sehr sensibel und im Wesen eher schreckhaft. Ihr vorsichtig und sensibel zu begegnen ist daher der beste Wege zur Kontaktaufnahme.

Damit die Tiere sich wohlfühlen können, muss auch das Platzangebot stimmen. Pferde und Mulis sind Herdentiere und müssen daher mindestens zu Zweit gehalten werden. Der Kirschblütenhof erlaubt dies, jedoch nicht mehr. Auch hierauf muss stets geachtet werden, wenn man sich respektvoll und tierschutzgerecht um die Bedürfnisse der Tiere kümmern möchte.

 

In Kooperation mit dem Gestüt Schlehenhof besteht bei Bedarf die Möglichkeit, die Weiden zu wechseln und damit auch die vertraute Herde wiederzusehen. So kann es durchaus einmal sein, dass beide Tiere nicht auf dem Hof, sondern in Kolkerheide stehen. Dieser Ausgleich bringt viele Vorteile, da sich das Land und der Grasbewuchs unter anderem auch wieder erholen können und den Tieren dann bei Bedarf ausreichend wieder zur Verfügung steht.

Antje und Merle

Antje (braun) und Merle (schwarz) sind zwei Quessant-Schafe (Bretonische Zwergschafe) und gelten als die kleinste Schafsrasse Europas. Ursprünglich in der französischen Bretagne beheimatet sind sie den dortigen Verhältnissen angepasst und daher sehr genügsam. Da sie schnell zutraulich werden und sich auf den Kontakt mit Menschen einlassen können, sind sie für den therapeutischen Einsatz sehr geschätzt.

Antje und Merle sind Schwestern und im April 2018 geboren. Beide Schafe sind sehr neugierig und aufgeweckt, können dabei klar unterscheiden, wer ihnen vertraut ist und wer nicht. So ist es nicht verwunderlich, dass die Kontaktaufnahme mit den beiden viel Zeit und Geduld erfordert. Ich erlebe die Besonderheit vor allem darin, dass sie sehr unmittelbar anzeigen, was ihnen angenehm ist und was nicht.

 

Hingegen Antje im Kontakt sehr zutraulich ist, so ist Merle doch deutlich vorsichtiger und ängstlicher. Sie zeigen damit sehr unterschiedliche Persönlichkeiten an, wie auch wir Menschen ganz unterschiedliche Persönlichkeiten in uns tragen. So bieten Antje und Merle einen spannenden Weg, die Vielfalt von Möglichkeiten zur Kontaktgestaltung zu entdecken.