Der Kirschblütenhof

Die Namensgebung des im Jahre 1927 erbauten Hofes erfolgte im Zuge der japanischen Kirschblütenbäume, die das Hauptgebäude im Frühjahr üppig in Rosa umrahmen und bei Abwurf der Blütenblätter für einen rosafarbenen Blütenteppich sorgen, der zur Praxis führt.

Der heutige Resthof wurde bis in den 60er/70er Jahren land- und viehwirtschaftlich genutzt und wird in Teilen seiner ursprünglichen Bestimmung allmählich wieder zurückgeführt.

Das Grundstück umfasst ca. 2600 Quadratmeter, unter anderem mit einer Obstwiese sowie ausreichend Weidefläche für die Therapietiere.

Im Folgenden findest du / finden Sie die Porträts der Bewohnerinnen und Bewohner des Hofes.

In eigener Sache

Liebe Patientinnen, liebe Patienten, sehr geehrte Bezugspersonen,

die Arbeit mit Therapietieren erfordert ein hohes Maß an Vertrauen und Beziehungsbereitschaft... auf beiden Seiten. 

Die Grundlage hierfür beinhaltet unter anderem eine Haltung und Pflege, die den Bedürfnissen der jeweiligen Tiere entspricht. Erst wenn Mensch und Tier sich wohlfühlen können, ist ein positiver, gemeinsam gestalteter Kontakt möglich!

So gilt meine Verantwortung nicht nur dir und Ihnen, sondern auch meinen Tieren; die Paragraphen 1 und 2 des Tierschutzgesetzes haben dabei für mich oberste Priorität:

Tierschutzgesetz

§ 1

Zweck dieses Gesetzes ist es, aus der Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen. Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.

§ 2

Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat,

1. muss das Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen,

2. darf die Möglichkeit des Tieres zu artgemäßer Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen oder vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden,

3. muss über die für eine angemessene Ernährung, Pflege und verhaltensgerechte Unterbringung des Tieres erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen.

Neben fortlaufenden Weiterbildungen arbeite ich in enger Kooperation mit Fachkräften auf den Gebieten der Pferde - und Schafhaltung zusammen. Darüber hinaus stehen meine Tiere nachweislich und regelmäßig unter tierärztlicher Kontrolle.

 

Dennoch können aus Unerfahrenheit heraus Haltungsumstände oder das Verhalten meiner Tiere gegenüber Außenstehenden als irritierend oder gar (ver-)störend erlebt werden, obwohl dies aus wichtigen, z.B. gesundheitlichen Gründen erforderlich und / oder das jeweilige, natürliche Verhaltensrepertoire meiner Tiere gerade für die Therapie gewünscht ist und daher gefördert wird.

Falls daher Fragen auftauchen sollten, zögere du, zögern Sie bitte nicht, mich anzusprechen. Hierfür stehe ich dir und Ihnen selbstverständlich und gerne zur Verfügung.

Dein / Ihr Thorsten Schüle

Charly

Charly, ein im Jahre 1982 geborenes Muli, lebt seit 2019 auf dem Kirschblütenhof.

Mulis, auch Maultiere genannt, sind eine Kreuzung zwischen Pferdestute und Eselhengst und verfügen über die positiven Eigenschaften beider Tiere: Charakterstärke, hohe Intelligenz, Trittsicherheit, Ausdauer, Kraft und Mut.

Charly hat es in seinem Leben leider nicht leicht gehabt. Er kommt aus sehr schlimmen Verhältnissen, wurde nicht seinen Bedürfnissen entsprechend gepflegt und versorgt. Vor einigen Jahren fand er ein gutes Zuhause und liebevolle Menschen, die sich so um ihn gekümmert haben, wie er es braucht und er sich sicher sein Leben lang gewünscht hatte. Nun hat Charly hier seinen festen Platz gefunden.

Charly ist sehr intelligent und hat immer den "Schalk im Nacken". Er stand mehrmals als Esel für Krippenaufführungen zur Verfügung, kann beispielsweise einen Teppich ausrollen oder sich auf ein Podest stellen. Charly hat sich mittlerweile gut hier eingelebt und ist neugierig, aufgeweckt und genießt pure Lebensfreude.

Charly's Vergangenheit hat jedoch gesundheitliche Spuren hinterlassen. So sieht seine Haut oft sehr schuppig aus, darüber hinaus ist Charly ein Sommerekzemer. Es handelt sich dabei um allergische Reaktion in Folge der Bisse von Stechmücken; dies führt zu starkem Juckreiz und Scheuern. Aus diesem Grunde trägt Charly von Frühling bis Herbst eine sogenannte Exzemerdecke, die ihn vor den lästigen Mücken schützt. 

In enger Kooperation mit dem Gestüt Schlehenhof sowie der Tierärztin, Ostheopathin, Dentistin und Hufbearbeiterin dürfen Du und Sie sicher sein, dass Charly hier mit allen notwendigen Mitteln (Futter, Medikamente, Pflege, etc.) weiterhin gut betreut wird, sodass er sich auch zukünftig auf eine Verbesserung seiner Gesundheit einstellen kann.

Hierzu bedarf es jedoch eurer und Ihrer Mithilfe!

Bitte beachtet, bitte beachten Sie, dass Charly NICHT mit noch so gut gemeintem Futter (Gras, Möhren, Brot, etc.) oder Leckerlies versorgt werden darf, sondern dies ausschließlich und in Rücksprache mit mir erfolgen muss.

Bitte erklären Sie dies auch Ihren kleinen Kindern!

Es besteht die Gefahr, dass Charly ernsthaft oder gar lebensbedrohlich krank wird, wenn dies nicht eingehalten wird!

Herzlichen Dank! 

Felix

Felix ist ein, im Jahre 2007 geborenes Shetlandpony. Als ausgebildetes Therapiepony durfte er als Nachfolger von Nicki, einer Minishetlandponystute auf dem Kirschblütenhof dauerhaft einziehen.

Felix ist intelligent, sehr körperbezogen und spielt gerne mal den Clown.  So zum Beispiel das Ausräumen der

Putzkiste, natürlich "nur" um sicherzustellen, dass nicht doch etwas Fressbares zu finden ist.

Felix hatte vor vielen Jahren eine schwere Form der Hufrehe, eine Entzündung der Huflederhaut, weshalb die Ernährung auch bei ihm eine große und wichtige Rolle spielt.

Felix wurde sporadisch auf einem Reiterhof eingesetzt und darf in den Ferien dort auch weiterhin zur Verfügung stehen, sofern seine Gesundheit dies zulässt.

Auch bei Felix gilt, dass er

NICHT mit noch so gut gemeintem Futter (Gras, Möhren, Brot, etc.) oder Leckerlies versorgt werden darf, sondern dies ausschließlich und in Rücksprache mit mir erfolgen muss.

Antje und Merle

Antje (braun) und Merle (schwarz) sind zwei Quessant-Schafe (Bretonische Zwergschafe) und gelten als die kleinste Schafsrasse Europas. Ursprünglich in der französischen Bretagne beheimatet sind sie den dortigen Verhältnissen angepasst und daher sehr genügsam. Da sie schnell zutraulich werden und sich auf den Kontakt mit Menschen einlassen können, sind sie für den therapeutischen Einsatz sehr geschätzt.

Antje und Merle sind Schwestern und im April 2018 geboren. Beide Schafe sind sehr neugierig und aufgeweckt, können dabei klar unterscheiden, wer ihnen vertraut ist und wer nicht. So ist es nicht verwunderlich, dass die Kontaktaufnahme mit den beiden viel Zeit und Geduld erfordert. Ich erlebe die Besonderheit vor allem darin, dass sie sehr unmittelbar anzeigen, was ihnen angenehm ist und was nicht.

 

Hingegen Antje im Kontakt sehr zutraulich ist, so ist Merle doch deutlich vorsichtiger und ängstlicher. Sie zeigen damit sehr unterschiedliche Persönlichkeiten an, wie auch wir Menschen ganz unterschiedliche Persönlichkeiten in uns tragen. So bieten Antje und Merle einen spannenden Weg, die Vielfalt von Möglichkeiten zur Kontaktgestaltung zu entdecken.

 

04639 682 99 12

Hauptstraße 28, 24980 Schafflund

©2020 by Praxis für Psychotherapie und tiergestützte Intervention  Thorsten Schüle